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Biomotor GmbH schließt Pressversuche mit madagassischer Jatrophasaat als erneuerbaren Biokraftstoff erfolgreich ab.

Hamburg, 15. April 2007. In einem Pilotprojekt hat die Biomotor GmbH aus Espelkamp in Zusammenarbeit mit einem namhaften Anlagenbauer für Pflanzenölgewinnung aus Hamburg die ersten industriellen Versuche zur Gewinnung von Kraftstoff mit madagassicher Jatrophasaat in Deutschland abgeschlossen. Die tropische Jatrophanuss kann wie der heimische Raps als Öllieferant etwa für Biodiesel oder als reines, natürliches Öl für die Erzeugung von Heizenergie und als Mineralölersatz dienen.

Die ersten vielversprechenden Versuche wurden in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg im Labormaßstab durchgeführt. In der vergangenen Woche wurden erste Versuchsreihen im Industriemaßstab abgeschlossen, die Rückschlüsse auf die Wirtschaftlichkeit von Ölmühlen für Jatropha zulassen.

Die ersten Ergebnisse der Tests, haben unsere Erwartungen voll und ganz erfüllt“, so Jörg Dürre, Geschäftsführer der Biomotor GmbH. „Mit Jatropha als Öllieferant für erneuerbare Energien setzen wir längerfristig auf eine Pflanze, die die Wiederaufforstung von bereits gerodeten und erosionsgefährdeten Gebieten ermöglicht. So lassen sich Ökonomie und Ökologie bestens verbinden.“

In der Pflanzenölbranche gelten die seit Jahren in Madagaskar als Stützpflanze für Vanille genutzten Bäume, deren Frucht der Größe nach einer dicken Bohne ähnelt, derzeit als einer der vielversprechensten Rohstoffe für alternative Kraftstoffe. Jatropha kommt im Vergleich zu anderen Pflanzen, die zur alternativen Rohstoffgewinnung genutzt werden, mit wenig Wasser aus und könnte im landwirtschaftlichen Anbau auf Madagaskar zur Stabilisierung riesiger gerodeter und von Erosion betroffener Flächen eingesetzt werden. Mit dem Anbau von Jatropha können diese Flächen landwirtschaftlich und als Einkommensquelle genutzt werden. Auf einer Anbaufläche von einem Hektar lassen sich etwa 2.500 kg Früchte erwirtschaften. Damit ließen sich zirka 750 Liter regenerativer Kraftstoff erzeugen. Zudem ließen sich bei einer Anbaufläche von 10 Quadratkilometer mindestens 20 Millionen kg CO2-Emissionen gegenüber herkömmlichem Dieselkraftstoff einsparen. Diese Menge entspricht 5.000 Diesel PKW pro Jahr mit einer durchschnittlichen Laufleistung. Ein weiterer Vorteil der Jatropha ist, dass es sich bei ihr nicht um eine speziell gezüchtete Pflanze handelt und damit noch deutliche Steigerungen durch optimierten Anbau zu erwarten sind.